1972 – 1983
1972 – 1983
Leider verstarb Max Galli am 17. Mai 1972 und schon 2 Monate später sein Sohn und Geschäftsführer Bruno Galli im Alter von 42 Jahren. Ein weiteres Mal in der Geschichte der Galli Uhren und Bijouterie stand es schlecht um die Zukunft des Geschäfts. Die gesamte Expertise aus jahrzehntelanger Traditionsarbeit ging auf einen Schlag verloren und Nelly Galli stand mit sechs Kindern zu Hause ganz alleine vor der tiefgreifenden Entscheidung über die Zukunft von Galli. Ein sofortiger Verkauf hätte sicherlich für einige Jahre die Familie über Wasser halten können, vor allem in einer Zeit wo es schlecht um die Schweizer Uhrenindustrie stand. Die bis anhin willkommenen Ausländergruppen blieben aus und einzelne Reisende konnten sich keine teuren Uhren mehr leisten. Doch Nelly Galli bewies Mut und trat in die Fussstapfen von Paul, Max und Bruno und übernahm per sofort sämtlichen leitenden Aufgaben in der Firma. Mit sehr grosszügiger Hilfe der umliegenden Geschäfte, den Mitarbeitenden und Kunden konnte Nelly Galli die Firma durch die grosse Uhrenkrise führen. Auch die Werke, namentlich Omega und IWC, haben Nelly fortwährend unterstützt und ermuntert und in zahlreichen Sitzungen geholfen, den bekannten Galli Service aufrecht zu erhalten.
Die Rechnungen konnten zwar pünktlich und mit Skonto bezahlt werden, dennoch musste an allen Ecken und Kanten gespart werden. Die Umsätze brachen in dieser Zeit bis zu 50% ein, doch die Firma wollte von Nelly Galli gehalten werden um an die kommende Generation übergeben werden zu können. Im Jahre 1974 kam neben der hohen Inflation auch noch die Ölkrise dazu, was zu den „autofreien Sonntagen“ führe. An diesen Sonntagen durfte nur noch mit dem Fahrrad auf den Strassen gefahren werden. Die Uhrenkrise zog weiterhin ihre Kreise und die Anzahl Angestellten der Uhrenindustrie von Anfang 70ern, schrumpfte von 90‘000 auf 36‘000. Durch das Team um Nicolas Hayek, welches die Uhrenkonzerne ASUAG und SSIH fusionierte, konnte die Schweizer Uhrenindustrie gerettet werden.